Schädliche Regeln im Projektgeschäft
Erstellt von Hanspeter Körner am 25. Oktober 2020
Gemälde von William Turner, Fort Vimieux, 1831
Projekt-Unternehmen nutzen Regeln, um unternehmerische Ziele zu realisieren:

1. Jeder muss ständig beschäftigt sein.

2. Jedes Projekt startet so früh wie möglich.

3. Projektzuverlässigkeit wird durch Vorgangszuverlässigkeit sichergestellt.

4. Ressourcen werden laut Plan zugeteilt, nicht nach Bedarf.

Diese Regeln sind nicht nur wirkungslos. Sie sind schädlich. Sie zwingen Mitarbeiter und Führungskräfte zu unproduktivem Arbeiten, weil sie Ressourcen künstlich verknappen. Sie verursachen lange Vorgangsdauern, im Plan und in der Umsetzung. Und sie erzwingen zusätzliche Wartezeiten zwischen Vorgängen. Projekte werden lang und unzuverlässig. Mitarbeiter leisten weniger Projekte als sie könnten.


Wie kommt es zu dieser paradoxen Situation? Wir sehen die Ursache, wenn wir die Regeln ausformulieren:

1. Um die Kosten des Unternehmens im Griff zu haben, muss Verschwendung vermieden werden. Der Stillstand einer Ressource ist Verschwendung. Jeder muss ständig beschäftigt sein. Um zu erreichen, dass das Unternehmen effizient ist, muss jeder Bereich effizient sein.

2. Um den Durchsatz (=Deckungsbeitrag) sicherzustellen, muss das Unternehmen zuverlässig sein. Um zuverlässig zu sein, muss jedes Projekt zuverlässig sein. Darum startet jedes Projekt so früh wie möglich.

3. Projektzuverlässigkeit soll durch Vorgangszuverlässigkeit bewirkt werden. Deshalb werden Termine und Budgets für einzelne Projektschritte festgelegt und verfolgt. Damit ein Projekt rechtzeitig fertig wird und mit dem Budget auskommt, muss jeder einzelne Vorgang rechtzeitig fertiggestellt werden und mit dem Vorgangsbudget auskommen.

4. Um die Kosten des Unternehmens im Griff zu behalten, dürfen nicht mehr Ressourcen verbraucht werden als das Unternehmen hat. Ressourcen werden deshalb nach Plan eingesetzt und nicht nach tatsächlichem Bedarf. Um zu erreichen, dass das Unternehmen mit dem Budget auskommt, muss jedes einzelne Projekt mit seinem Budget auskommen.

Jetzt ist das gemeinsame Muster herausgearbeitet: Um zu erreichen, dass das Ganze optimal ist, muss jedes einzelne Teil optimal sein (=Paradigma der lokalen Optimierung). Die Optimierung von Teilen (eines Systems) führt automatisch zur Optimierung des Ganzen (Systems).

Warum führen Regeln, die auf dem Paradigma der lokalen Optimierung beruhen, nicht zu den gewünschten Wirkungen? Weil das Paradigma der lokalen Optimierung falsch ist. Es hat nichts mit der Realität zu tun.

Hanspeter Körner

Hanspeter Körner unterstützt Geschäftsführer ihr Projektgeschäft zu entwickeln. Er ist Experte im Bereich Multiprojekt-Management. Seine Kunden führen Projekte in kürzerer Zeit durch, mit weniger Stress, in gleicher oder besserer Qualität und bei gleichen Betriebskosten. Gleichzeitig coacht er Abteilungsleiter, die einen Weg aus der Überlast ihrer Abteilung suchen. Mittels einfacher und schnell wirksamer Massnahmen wird die Produktivität und der Output von Teams erhöht. 

Wenn Sie die Rentabilität Ihres Unternehmens verbessern wollen, kontaktieren Sie mich bitte und vereinbaren Sie eine Strategie-Sitzung.
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